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Kolumne vom 27.03.2015: HLV- Verbandstag: Sturm auf die "Lauf-Maut" vertagt - Präsidium wiedergewählt

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Verbandstage, bei denen das Präsidium des Hamburger Leichtathletikverbands neu gewählt wird - in Hamburg nur jedes zweite Jahr - sind normalerweise die interessanteren. Erst recht, wenn sich kontroverse Themen aufgestaut haben: so die vom DLV zum 1.1.2016 auf 1 Euro erhöhte Finisher- Abgabe bei Volksläufen - von einigen Kritikern als "Lauf- Maut" bezeichnet und in dieser Form sogar von den verbandsangehörigen Veranstaltern schon auf der letzten Volkslaufbörse deutlich abgelehnt, oder Hamburgs- Olympia- Bewerbung - durchaus nicht jeder ist "Feuer und Flamme" - oder die (wieder einmal) aufgetretene Konkurrenzsituation zwischen den Volkslauf- Veranstaltern und der präsidiumsnahen Marathon Hamburg Veranstaltungs- GmbH.

Trotzdem: es waren am Mittwoch Abend 2 1/2 sachliche Stunden, wenn auch unterhaltsamer als 2014, beginnend mit einem "Feuer und Flamme"- Olympia- Image- Film. Präsident Wolfgang Müller- Kallweit sieht sich in seinem 2009 begonnenen Kurs pro Olympia und der "Vision (Olympia) Rio (de Janeiro) 2016" bestätigt und will nach dem Zuschlag des DOSB für Hamburg als Bewerberstadt daraus eine Vision "Hamburg 2024" weiterentwickeln.
Der geschäftliche Rückblick Frank Thaleisers, Geschäftsführer der Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH auf das Jahr 2013 (2014 liegt noch nicht vor), fiel verhalten positiv aus, bei einem Umsatz von 2,487 Millionen Euro entstand ein Verlust von 31782,65 EUR, aber 2014 werde es mit Sicherheit ein positives Ergebnis geben. "Grundsätzlich ist der Marathon gesund", so Thaleiser - auch wenn die öffentlichen Mittel 2016 noch einmal weniger werden könnten. Zumindest nach den Teilnehmerzahlen dürften die Aussichten positiv bleiben - jetzt, 30 Minuten nach dem Meldeschluss für 2015, liegen 18920 Anmeldungen vor, so viele wie seit Jahren nicht.

Spielt der Hamburger Leichtathletikverband beim Marathon die tragende Rolle, ist er beim Thema Olympia nur einer von vielen Akteuren. Und nicht einmal innerhalb des Verbands ist die Entscheidung pro Olympia unumstritten - eine Mitgliederbefragung gab es nicht. "Ich meine es ganz ernst mit dem Meinungspluralismus", konterte Müller-Kallweit die von den FC St. Pauli- Leichtathleten vorgebrachte Olympia- Kritik (die einige Zustimmung aus dem Publikum erhielt), "aber ich habe eine andere Meinung und die offizielle Meinung des HLV ist 'wir wollen Olympische Spiele 2024'". Ernsthafte Opposition gegen die offizielle Verbandslinie ist bislang nicht auszumachen.

Etwas hektischer wurde es beim Bericht des Breitensportwartes Wolfgang "Wolle" Timm. Er ist Mitinitiator der "Finisher- Abgabe" für Volks- und Straßenlaufteilnehmer, die ab 1.1.2016 mit ihrem Startgeld bundeseinheitlich einen Euro statt vormals den landesintern geregelten "Volkslaufgroschen" (in Hamburg: 10 bis 25 Cent) bezahlen sollen. In der Theorie sollen zum einen Volkslaufveranstalter die Abgabe von den Läufern einkassieren, indem sie die Startgebühren entsprechend erhöhen und die Mehreinnahme dann als durchlaufenden Posten an den Verband weiterreichen - und zum anderen sollen auch nicht verbandsangehörige Veranstalter diese Abgabe entrichten. Während das Thema in Läuferkreisen auch nach einem halben Jahr noch verhältnismäßig wenig Aufregung verursacht, wird zwischen den Leichtathletikverbänden und vielen Laufveranstaltern, vornehmlich denen im GRR (German Road Races e.V.) organisierten, seit einem halben Jahr eine Auseinandersetzung in zunehmender Schärfe geführt. Beim GRR (und diversen anderen Veranstaltern) nämlich will man diese Abgabe schlichtweg nicht für den DLV eintreiben, ließ stattdessen einen Rechtsanwalt das Konzept und die Rechtmäßigkeit der Abgabe Stück für Stück zerlegen..., verteilt Aufkleber und Postkarten... contra "Lauf- Maut" und startete gerade eine Online- Petition.... Und auf der anderen Seite lobbyiert der DLV beim Deutschen Städtetag mit einem Positionspapier..., in dem er "die Anerkennung der Genehmigungshoheit der Sportverbände" fordert, mit anderen Worten, diejenigen Laufveranstalter, die den Volkslauf- Euro nicht abführen, sollen von den Ämtern keine Sondernutzungsgenehmigung für Straßenlaufstrecken mehr erhalten. Wenn das so durchginge, würde das in Hamburg beispielsweise für B2RUN, MOPO- Staffel und vielleicht auch Urbanathlon bedeuten: "entweder Abgabe zahlen, oder die Veranstaltung darf auf öffentlichem Grund nicht stattfinden". Und in den Unterlagen, die jeder Verbandstags- Teilnehmer erhielt, fand sich neben den Stimmkarten und der Tagesordnung ein Flyer des Hessischen Leichtathletikverbands mit einer Stellungnahme, natürlich pro Finisher- Euro.
Die Fronten zu dem Thema sind mittlerweile verhärtet und die Argumente beider Seiten laufen regelmäßig aneinander vorbei. Verbandsseitig wird die Abgabe als Gewinn für Sportsolidarität und Ehrenamt eingefordert: "Der Verbandsrat des DLV hat die Gebühren einstimmig beschlossen, die gemeinnützige Leichtathletik muss ein Instrument finden, um im Wettbewerb gegen die großen kommerziellen Anbieter zu bestehen, die drauf und dran sind, den Vereinen die Mitglieder abzunehmen", so Müller- Kallweit. Ähnlich äußerte sich Wolfgang Timm in einem Leserbrief in der März- Ausgabe von SPIRIDON. Diverse Veranstalter sehen das aber genau anders herum, da sie ja selbst ehrenamtlich tätig seien und dafür nicht noch zusätzlich mit dem Eintreiben einer Abgabe belastet werden wollen. Und außerdem befürchten gerade die kleineren Veranstalter mit niedrigen Startgeldern, dass ihnen auch noch Teilnehmer wegbleiben, wenn sie für ihren Lauf statt 5 Euro nun 6 Euro Startgeld verlangen (müssen) - während es den Teilnehmern eines großen Stadtlaufs oder -marathons wahrscheinlich nicht einmal auffällt, wenn sie statt 60 nun 61 Euro bezahlen. Da es gerade die ganz großen Stadtläufe sind, die kommerziell organisiert sind, wäre ein Ziel der Finisher- Abgabe konterkariert, nämlich das Ehrenamt zu schützen. In Hamburg ist man beispielsweise beim Lauftreff Alstertal seit Monaten irritiert und sprach das auf dem Verbandstag auch so aus: "Als Veranstalter des größten in Hamburg ehrenamtlich organisierten Laufes wollen wir als als Verein nicht mit einer GmbH gleichgestellt werden, was die Gebühren angeht. Wir erwarten, dass darüber geredet wird, was mit dem Geld gemacht wird." Ein vor einigen Wochen von Karsten Schölermann (BMS; Alsterlauf, hella Halbmarathon, Bramfelder Winterlaufserie u.a. - und außerdem zweiter Vorsitzender des GRR) in den Raum gestellter Kompromissvorschlag, die Abgabe so zu staffeln, dass 150 Teilnehmer frei wären, fand beim DLV keine weitere Beachtung. Mittlerweile sprechen einige Veranstalter offen darüber, aus dem Leichtathletikverband auszutreten und einen eigenen zu gründen.

Es hätte also ein heißer Abend für Timm werden können. Das wurde es nicht, letztendlich wollte er an dem Abend keine Details zum Volkslauf- Euro geben, mit Hinweis auf eine Tagung zu dem Thema am 12. April, und die wirkliche Auseinandersetzung dürfte woanders (und später) stattfinden. Zudem ist der Verbandstag, anders als die Volkslaufbörse im September, keine Veranstaltertagung. Weitere Kritik an seinem Veranstaltungsmanagement gab es trotzdem noch: der FC St. Pauli monierte als "extrem unsportlich", dass die Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH ihre neue Veranstaltung "Landmeile" nachträglich (also nach der Terminbörse im September 2014) auf denselben Tag wie den "Lauf gegen Rechts" gelegt habe (31. Mai). Eigentlich fordert die DLO, Seite 20... zum Konkurrenzschutz, dass die Termine so koordiniert werden müssen, dass am selben Tag keine zwei Laufveranstaltungen mit weniger als 50 km Abstand voneinander stattfinden. Nein, in Hamburg sei diese Regel ohnehin längst außer Kraft gesetzt, so Timm, da es mittlerweile zu viele Laufveranstaltungen gebe. Tatsächlich gibt es sogar noch eine dritte am 31. Mai: den 6. Hoisbütteler Hasenlauf. Auch dieser war auf der Terminbörse "ordentlich" abgestimmt worden und sein veranstaltender Hamburger Laufladen e.V. bezeichnete es als "Faustrecht", dass ausgerechnet die verbandseigene Marathon- Veranstaltungs- GmbH nachträglich die "Landmeile" auf denselben Tag legte. Das Problem wurde nicht gelöst und wird bei anhaltender Dichte des Hamburger Laufkalenders wiederkehren - und Timm kassierte bei der anschließenden Präsidiumswahl relativ deutlich neun Gegenstimmen und zwei Enthaltungen (bei ca. 120 anwesenden Stimmen).

Damit war er allerdings ebenso mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt wie der Rest des Präsidiums, das zudem ohne Gegenstimmen entlastet wurde: Müller- Kallweit (10 Enthaltungen, 4 Gegenstimmen), Claus- Dieter Schuster (Finanzen, zwei Gegenstimmen), Rudolf Schuster (Leistungssport, einige Enthaltungen, zwei Gegenstimmen), Angela Tschirner (Wettkampf), Verbandsrat (Jens Gauger, Frieder Nölting, Konstantin Körner, Klaus Gonser, Hendrik Vogt, Daniel Neidhold, Carsten Hinz, Wolfgang Saß, Kai Zehender).

Ein politisches Thema zum Abschluss: die FC St. Pauli Leichtathleten brachten einen Antrag ein, rassistische und homophobe Teilnehmer zukünftig per Teilnahmebedingungen von Laufveranstaltungen auszuschließen. Anlass waren mehrere Teilnahmen eines NPD- Funktionärs bei diversen Hamburger Läufen. Der Antrag wurde ausführlich diskutiert und in der vorliegenden Form als praktisch wie rechtlich problematisch beurteilt - wie sollen entsprechende Personen im Vorfeld identifiziert werden, und, solange sie nicht während einer Veranstaltung agitativ tätig wird, dann "...können wir nicht beurteilen, mit welcher Intention ein Mensch sich laufenderwiese in Bewegung setzt, zumal er in einer Partei ist, die bis jetzt noch nicht verboten ist. Per se gefährdet er erstmal noch nicht das Gemeinwohl", so Müller- Kallweit. Er sagte allerdings zu, den Antrag zügig an den DLV weiterzuleiten.


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